Hintergrund-Informationen
Zum besseren Verständnis ein paar Worte zum Aufbau des Gehirns, zum Suchtmechanismus, und warum einer eingefleischten Abhängigkeit so schwer beizukommen ist:
In nebenstehender Grafik sehen Sie eine vereinfachte Darstellung der drei Schichten des Gehirns, gemäß dem weiter entwickelten Modell von Paul D. MacLean.
- Der (gelbe) entwicklungsgeschichtlich älteste Teil, das Stammhirn, auch Reptil-Gehirn oder Bauch-Intelligenz genannt: Unentbehrlich für Sex und das physische überleben; sehr schlau, notfalls skrupellos, kennt nur die Gegenwart, und hat aus Überlebensgründen die Fähigkeit, die übergeordneten Teile notfalls außer Kraft zu setzen und das Kommando zu übernehmen (z.B. beim sog. Überlebensreflex).
- Das limbische oder Säugetier-Gehirn (pink), auch Herz-Intelligenz genannt: Zuständig für Emotionen, Zusammengehörigkeit und Mustererkennung. Kann zusammen mit dem Stammhirn als "das Unbewusste" betrachtet werden.
- Der (blaue) Neo-Cortex bzw. die Gehirnrinde, auch
Primaten-Gehirn oder Kopf-Intelligenz genannt: Das, was
beim IQ-Test gemessen wird; der Sitz des bewussten
Selbst. Das "Management" - für langfristige Planung,
vernünftige Entscheidungen und Kontrolle der
Triebfunktionen zuständig. Glaubt auf jeden Fall, dass es
der Boss ist, auch wenn das nicht so sein sollte.
Sucht hat sehr viel mit dem Gehirn zu tun. Sehr angenehme Dinge bzw. die erfolgreiche Bewältigung von unangenehmen Dingen rufen bestimmte chemische Abläufe im Gehrin hervor. Dabei werden auch körpereigene Drogen ausgeschüttet, deshalb fühlen wir uns in Situationen von Genuss oder Erfolg sehr wohl. Wird so etwas regelmäßig in Zusammenhang mit dem gleichen Auslöser erlebt, kann es dazu kommen, dass das Reptil-Gehirn die Zufuhr der auslösenden Substanz bzw. die Ausführung der auslösenden Handlung als lebenswichtig einstuft.
Ab dem Zeitpunkt haben es die Vernunft oder das Herz natürlich schwer, denn das Reptil-Gehirn hat Letztentscheidung in Überlebensfragen. Der Kopf kann wohl erkennen, dass ihn die Aktivitäten über kurz oder lang vielleicht ins Gefängnis bringen oder krank machen wird, oder das Herz mag wohl wissen, dass diese Angewohnheit Frau und Kind vertreiben wird. Doch immer wenn das Reptil-Gehirn der Ansicht ist, es sei wieder mal Zeit für eine Flasche, einen Joint oder ein Spielchen, haben die anderen beiden wenig Chance, weil das Stammhirn den Notschalter in der Hand hat, der die höheren Funktionen außer Kraft setzt. Weil der Kopf aber die Illusion braucht, der Boss zu sein, wird er die kreativsten Ausreden und Erklärungen erfinden, weshalb er schon wieder etwas getan hat, das er gar nicht wollte, und so das Reptil-Gehirn decken.
Substanzmissbrauch hat unter anderem den Effekt, dass Gehirnzellen absterben, wie allgemein bekannt ist. Kaum jemand weiß jedoch, dass es sich dabei fast ausschließlich um Zellen des Neo-Cortex, besonders des Stirnlappens handelt. D.h. der Wille und die Vernunft werden dadurch weiter geschwächt, und die Herrschaft des Reptil-Gehirns wird immer weniger in Frage gestellt. Auch die Kontrolle über Emotionen wird geschwächt, weshalb bei Menschen mit Abhängigkeiten öfter mal Wutanfälle beobachtbar sind.
Die zentrale Frage für den Weg aus der Sucht lautet: Wer bestimmt, Sie (das bewusste Selbst) oder das Reptil-Gehirn? Dies ist zugleich ein zentraler Punkt bei allen oder nahezu allen religiösen oder spirituellen Traditionen - die Kontrolle der tierischen Aspekte des Menschen durch das bewusste Selbst. Sucht ist somit ein spirituelles Problem. Das erklärt, warum der mit Abstand erfolgreichste herkömmliche Ansatz der Suchttherapie die Anonymen Alkoholiker sind: das 12-Schritte Programm der AA ist ein unverhohlen spiritueller Ansatz.
Die guten Nachrichten:
- Die Fähigkeit des Gehirns, sich zu regenerieren, ist viel höher, als noch bis vor kurzem angenommen wurde. Allerdings sind dazu Abstinenz und gewisser Lebenswandel nötig.
- Es gibt eine hochmoderne Methode, die auf Gespräch, Visualisierungen und dem Ertragen der eigenen Emotionen beruht. Mit ihr können die meisten Menschen unter der Anleitung eines
zertifizierten Trainers die verschiedenen Persönlichkeits-Anteile harmonisieren. So können die Verstrickungen aller
drei Gehrinteile mit der Sucht dauerhaft vermindert oder aufgelöst werden. Dadurch verschwindet der
Suchtdruck, das ist die kaum kontrollierbare Lust, es
wieder und immer wieder zu tun. Ds ist besonders sinnvoll in Verbindung
mit einer herkömmlichen Suchttherapie oder regelmäßigem
Besuch von AA-Meetings, bzw. der Begleitung
durch einen Psychotherapeuten Ihres Vertrauens. Mit
dieser Hilfe können der mit der Sucht verknüpfte Lebensstil
geändert und neue Bewältigungsstrategien entwickelt
werden. So bestehen sehr hohe Chancen für eine echte und
dauerhafte Lebenswende.
Es ist nie zu spät, ein neues Leben zu beginnen. Rufen Sie mich an unter +43 650 8899345 und vereinbaren Sie einen Termin.